Börsendurchblick mit Martin Weinrauter: Kursgewinne im Hier und Jetzt.

Shownotes

Martin Weinrauter beschreibt die aktuelle Börsenlage trotz Irankrieg weiter als intakten Aufwärtstrend. Der Krieg habe nur kurzfristige Rückschläge ausgelöst, aber keine langfristige Trendwende verursacht. "Der Markt fiel erst und startete dann einen Hoffnungslauf." Solange Anleger auf ein schnelles Kriegsende setzen, könne dieser Trend anhalten. Kritisch werde es erst bei dauerhaft steigenden Ölpreisen, höherer Inflation und neuen Zinsängsten. Weinrauter lehnt Prognosen bewusst ab und folgt stattdessen den aktuellen Marktdaten. "Ich setze nicht auf Vermutungen, sondern auf das Verhalten des Marktes." In seiner Cross-Atlantik-Strategie gewichtet er aktuell 70 % USA und 30 % Europa. Der S&P 500 bleibe wegen seiner Stärke die wichtigste Orientierung. Antizyklisches Handeln sieht er kritisch. Ein Börsentagebuch habe ihm gezeigt, dass sich Börsen langfristig nicht zuverlässig vorhersagen lassen. "Diese Erkenntnis wirkt befreiend." Entscheidend seien Disziplin und konsequentes Risikomanagement - besonders in extremen Marktphasen. Allzeithochs bewertet sein Team nicht automatisch negativ. "Rekordhochs treten oft in Serien auf."

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00:00:00:

00:00:15: Das

00:00:21: war nicht nur eine Vorstellung, das war auch schon so ein... dieser, wie wir sagen oder einen Cliffhanger.

00:00:27: Willkommen beim Börsenrading ist an die groß.

00:00:30: Warum sage ich das?

00:00:30: Im April bei der letzten Ausgabe von Börsendurchblick hatten sie die Börse mit einer Netflix-Serie verglichen also eine Geschichte die immer weiter fortgeschrieben wird und werden kann.

00:00:44: und damit man eben weiterschaut gibt es am Ende jeder Folge diesen Cliffinger, also ich muss dran bleiben.

00:00:51: Also wenn man das jetzt auf die Börse wieder zurückbezieht... ...die Spannung der aktuellen Staffel an der Börsee hängt an dieser Auseinandersetzung der Märkte mit den Allzeithochst.

00:01:01: Die Märkte waren im Aufwärts drin, dann kam der Iran-Krieg hat die Show zunächst einmal gestoppt und seither enden auch Tag für Tag die Borsentage.

00:01:11: mit einem Cliffinger schafft es der gesamte Markt auf neue Allzeithochs Bestätigt damit den Trend?

00:01:17: oder gibt es eine einzelne Marktsegmente, die das gelingt?

00:01:20: Zum Beispiel Halbblatt der Hersteller.

00:01:21: hat sich dieses Bild was sie in unserem letzten Interview gezeichnet haben.

00:01:25: Hat sich da irgendwas geändert daran?

00:01:28: Nein klar und deutlich nein!

00:01:30: Das hat sich nichts dran geändert.

00:01:31: Das Bild ist intakt Es passt nach wie vor.

00:01:34: Die Märkte befinden sich In einem langfristigen Aufwärtstrend.

00:01:38: Der Iran-Krieg war bisher nur der Anlass für kurz und mittelfristige Abwärtskorrekturbewegungen innerhalb der steigenden Langfristtrends.

00:01:47: Der Irankrieg, damit die steigenen Preise für Öl und alles was da am Öl unter dem Gas hängt bis hin zum Dünger und den Lebensmitteln waren bisher nicht die Auslöser für eine langfristige Trend.

00:01:57: wenn dann Aktien merken das muss man einfach festhalten.

00:02:00: Obwohl Das darf man nicht in den Tisch fallen lassen obwohl diese Trendwänden gerade zu herbei geredet oder vielleicht kann man genauer sagen auch herbeigefürchtet wurden.

00:02:10: Es erschien unausweichlich irgendwie unvorstellbar, dass die Märkte daraufhin nicht in sich zusammensacken sie müssten es doch eigentlich.

00:02:19: aber je langfristig auffürzend sind Überraschung nach wie vor intakt.

00:02:24: Aber was müsste denn passieren?

00:02:27: Was könnte diese Trends ins Wanken bringen?

00:02:30: Am besten ist man sucht bei der Suche nach Antworten auf solche Fragen nicht nach irgendwelchen komplizierten Dingen, sondern nimmt einfach das Naheliegen und das Nahleigen ist nach wie vor der Irankrieg.

00:02:40: Der Markt ist daraufhin zunächst gefallen.

00:02:43: natürlich könnte man sagen in einem Hoffnungslauf ist er anschließend wieder gestiegen und dieser Hoffnungslauf ist viel weiter nach oben gelaufen als man es einem Hoffnungslauf zugestehen würde.

00:02:53: also ein bisschen Hoffnung ein wenig nach oben vielleicht fünfzig Prozent des Rückgangs das hätte man ja erwarten können.

00:03:00: Vielleicht, wenn es hochkommt, sind sie zu viel.

00:03:03: Aber dann müsste es doch eigentlich wieder runtergehen, wenn das nur ein Hoffnungslauf ist.

00:03:08: Aber genau das ist bisher nicht passiert.

00:03:11: Dieses Wechselspiel von Sorge und Hoffnung hat sich bisher nur auf der Ebene von Kurz- und Mittelfristrenze abgespielt.

00:03:20: Falls nun aber die Hoffnung auf einen kurzfristigen Ende des Kriegs zerbrechen sollte – falls daraufhin hohe Ölpreise für länger tatsächlich in die Bewertung eingepreist würden Falls damit die Angst vor Inflation und Versteigenden Zinsen, wir brauchen uns hier nur die Bondpreise mal angucken.

00:03:35: Falls Sie die Überhand bekommen sollten diese Ängste dann könnte das natürlich zum handfestem Grund dafür werden dass die Kurse nicht nur nicht weiter steigen sondern sie fallen.

00:03:45: Denn es ist nunmal so Sobald der Markt zu überzeugend gelangt Dass es keinen Weg durch die Tür nach oben gibt Dann wird er versuchen die Tür noch unten zu nehmen.

00:03:54: Und dann kommen Sie ins Spiel.

00:03:56: Wie reagieren Sie auf diese Möglichkeit?

00:03:59: Das ist genau das Problem, denn es ist ja nur eine Möglichkeit.

00:04:02: Es kann vollkommen anders kommen.

00:04:05: Die Unternehmenszahlen sind zum Beispiel viel besser als man es befürchtet hatte und das kann natürlich genauso gut für steigende Kurse sprechen.

00:04:12: Und ich weiß auch nicht wie immer was im Drehbuch steht in welche Richtung die Geschichte aufgelöst wird – für auch keine Regie!

00:04:20: Ich reagiere also jetzt nicht auf eine Möglichkeit unter vielen Möglichkeiten.

00:04:25: Sehen wir mal ehrlich auf die Möglichkeit, die ich mir aussuche.

00:04:28: Warum auch immer?

00:04:29: Nur damit ich es richtig verstehe... Wenn Sie nicht auf eine zukünftige Möglichkeit vorab reagieren.

00:04:35: wie sind sie dann jetzt heute aktuell positioniert und warum?

00:04:40: Beispiel!

00:04:41: Die beiden wichtigsten Aktienmärkte der Welt befinden sich keine Überraschung in den USA und Europa Und zwar Indizes, die dieses sinnvoll vergleichbar abbilden können sind der S&P-Fünfhundert für den USA und das Tox Europe-Saxonert für Europa.

00:04:57: Wenn wir diese beiden Märkte gegeneinander stellen – und das machen wir in unserer Großatlantikstrategie tatsächlich täglich – dann haben wir aktuell in der Strategie die maximale Aktienquote erreicht.

00:05:08: Und von der maximalen Aktienkote sind siebzig Prozent in den USA investiert und dreißig Prozent in Europa.

00:05:18: ist es, warum das klingt bei mir gerade richtig nach gleich in die Frage eingebaut haben.

00:05:22: Warum?

00:05:23: Die Sachsenquote.

00:05:25: Der S&P-Fünfhundert steht auf seinem Allzeithoch wegen seiner Tech-Werte, die mit den Halbleitern im vergangenen Monat durch die Decke gegangen sind und Allzeithoch bedeutet eben automatisch Kursgewinne hier und jetzt also Hundertprozent-Aktienquote.

00:05:40: Und warum diese Gewichtung, siebzig Prozent USA und dreißig Prozent Europa zahlen Datenfakten?

00:05:45: Im vergangenen Monat ist der S&P Fünfhundert fünf Komma Sechzig Prozent gestiegen und des Stocks Europe sechshundert um eins Komma Neun drei Prozent gefallen.

00:05:55: ist der Grund für die Positionierung?

00:05:57: aber bisher war es ja richtig dabei zu bleiben.

00:06:00: das muss ja nicht immer so sein und so bleiben.

00:06:03: könnte jetzt einen erneute es allzeit hoch oder erneut der Allzeit hoch, damit auch nicht ein Grund sein um genau das Gegenteil zu tun.

00:06:10: Also um die Aktienquoten und US-Aktien zu reduzieren.

00:06:14: Weil Sie gestiegen sind?

00:06:15: Ja zum Beispiel!

00:06:17: Natürlich klar könnte man das machen wenn man nicht prozyklisch handelt sondern antizyklisch.

00:06:24: Warum machen sie das nicht?

00:06:25: Es ist nicht unser Weg.

00:06:26: wir folgen dem Markt

00:06:28: Und wie würden sich die Alternative beschreiben?

00:06:31: Das ist jetzt Die andere Seite des Tisches sozusagen oder die andere Strategie, nicht prozyklisch sondern antizyklisch.

00:06:37: Also prozykler beschreibt antizyklische Strategien.

00:06:41: Man denkt sehr viel nach man wägt ab und dann kommt der entscheidende Punkt man trifft eine Entscheidung.

00:06:48: Dort wird der Markt lang offen.

00:06:49: also laufe ich jetzt dem Markt voraus.

00:06:52: Na ja, so stellten sich das vor.

00:06:54: Wenn man an Börsen-Profis denkt... Das sind Fachleute die Profis, die wissen was sie tun.

00:07:00: Wer wenn ich Sie sollte das auch tatsächlich können?

00:07:03: Naja!

00:07:03: Ich habe es probiert.

00:07:04: Ich habe so eine Art Börsentagebuch geführt und ich habe aufgeschrieben warum und wann ich welche Entscheidungen getroffen habe Und dann hab' ich mir parallel dazu den Markt angeguckt Was der davon hielt.

00:07:15: Was also am Performance im Vergleich zum Markt aber raus kam.

00:07:20: eigenes Börsendrehbuch, was kam dabei raus?

00:07:23: Ja dieses Monitoring war tatsächlich spannend und ich sage es mal einfach so.

00:07:28: Es ist wirklich empfehlenswert das einfach mal für sich selber ausprobieren.

00:07:32: Für mich persönlich kam dabei heraus dass ich es nicht kann.

00:07:36: also die Erkenntnis lautet Ich kann die Zukunft an den Börsen nicht zuverlässig voraussehen.

00:07:44: dass das wäre doch aber ein guter Grund gewesen, dann den Börsen in den Rücken zu kehren und vielleicht ganz was anderes zu machen wenn man eben nicht die Zukunft voraus sagen könnte.

00:07:52: Ja irgendwie schon, aber es wäre dann ein gutter Grund gewesen falls alle anderen um mich herum es gekonnt hätten.

00:08:00: Ach

00:08:00: so, die können's auch nie!

00:08:01: Sagen wir mal so Sie sehen mich jetzt hier und wir reden über das Börsengeschäden.

00:08:05: ich bin nicht gegangen.

00:08:07: Was macht das mit einem?

00:08:08: Was hat das mit ihnen gemacht?

00:08:09: also bricht er nicht eine Welt zusammen.

00:08:12: in dem Moment, wenn man erkennen, dass man etwas nicht kann?

00:08:15: Es hängt davon ab um was es geht.

00:08:18: Wenn es der Wunschtraum war zum Beispiel die Zukunft zu kennen dann kann es natürlich auch befreien sein diesem Wunschtraum nicht länger weiter hinterher zu jagen weil man erkannt hat das es schlichtweg nicht machbar ist.

00:08:32: Man kann sich dann etwas Machbares zum Ziel setzen etwas das man erreichen und gewährleisten kann und das ist ein echter Mehrgewinn

00:08:39: dieser Mehrgewinn auf die Börse bezogen, was bedeutet das?

00:08:43: Man

00:08:44: könnte sich die Frage stellen wie man strategisch damit umgehen kann dass sich die Zukunft nicht zweifelsfrei vorhersagen lässt.

00:08:52: Man konnte sich dann dafür entscheiden prozykliker zu werden also dem Markt zu folgen.

00:08:57: der Vorteil ist man muss nicht so viel rennen wie die anderen bedeutet wenn man die Entscheidung trifft das vorwegzunehmen was die bürsen in der zukunft tun werden Und man muss dann erkennen, dass die Börsen in die andere Richtung gegangen sind als man es vermutet hat.

00:09:14: Muss man schon eine weite Strecke laufen um wieder zum Börsengeschehen aufzuschließen?

00:09:18: Aber was soll ich sagen?

00:09:20: vielleicht ist man ja auch ein guter Läufer wenn man bekommt das hin!

00:09:23: Falls man aber nicht in diese Situation geraten will falls man nicht der eigenen Intuition nennen wir's einfach mal so folgen will.

00:09:30: Falls man stattdessen der Börse und der Mehrzahl der anderen folgt Dann steht ein wichtiger Realitätscheck an.

00:09:37: Das ist sicher die Nagelprobe, die man vorher machen sollte und nicht hinterher.

00:09:40: Der nächste Schritt ist es nämlich sich zu fragen ob man das mitbringen kann was es unbedingt braucht damit so etwas funktioniert.

00:09:49: Diese Schlüsselwort um diese Kerneigenschaft die man mitbringen muss ist Disziplin nicht manchmal immer jederzeit.

00:09:56: Dieses Wort Disziplin ich habe das Gefühl in unseren Gesprächen taucht das immer wieder und regelmäßig auf

00:10:04: Weil es der Dreh- und Angelpunkt an den Börsen ist, darum geht's.

00:10:07: Jedenfalls dann wenn es nicht nur um Spaß und um Entertainment geht Wenn wir nicht nur von gut Wetterphasen reden Und wenn wir über die Verantwortung für das Vermögen anderer Menschen reden Also vor allen anderen Darum das ganze auf Dauer und das bedeutet auch in extremen Marktphasen also auch dann wenn der Weltuntergang gerade proklamiert wird Dann auch dann zu überstehen geht es immer um Disziplin.

00:10:34: Da führt kein Weg dran vorbei, die muss mitgebracht werden ohne Disziplinen.

00:10:38: Geht dann nichts!

00:10:39: Und da kommt dann das Risikomanagement ins Spiel, was Sie die Kernkompetenz Ihres Teams bezeichnen?

00:10:46: Ja und im jetzt einfach mal die große Kurve nochmal zu nehmen weil wir Als Team wissen, dass wir immer vom Risiko her denken und handeln werden können wir natürlich auch die Chance nutzen.

00:10:58: Und das bedeutet hier und jetzt in dieser Börsen-Situation wenn die Märkte im Bereich ihrer Allzeit hoch stehen dann ist es für uns kein Grund um zurückzuziehen denn Allzeithochs treten häufig in Serien auf.

00:11:11: ein Allzeithoch folgt an dem nächsten und das ist natürlich die Zeit in der Performance erzielt wird.

00:11:18: falls man dann zu früh zurückgezogen hat weil man nicht dran geglaubt hat, dass es passieren wird.

00:11:23: Dann entgeht eine diese Performance wegen der man doch eigentlich an den Börsen investiert.

00:11:28: und dann kommt wieder ein Disziplinenspiel anders als gedacht als die Disziplinen auch Gewinne auszuhalten keinem Gefühl keiner vermeintlichen Intuition zu folgen sondern den Daten zu folge also fast ein wenig

00:11:41: Stur?

00:11:42: Ach genau so ist es was die Stur halt angeht.

00:11:45: Von mir aus kann Disziplin auch gerne mit Sturheit übersetzt, wenn man sagt es den Ost-Westfalen.

00:11:50: Ich bin so einer gern nach aber gehen wir über die Wortwahl doch einfach mal hinaus.

00:11:55: Wenn sich das Muster ändern sollte, wenn sich die Börsen also abwärts orientieren dann werden unsere Risikomanagement Algorithmen ja darauf reagieren.

00:12:05: Wir verharren nicht mit Stuhrheit in der Aufwärz bewegen sondern wenn die Fakten da sind reagieren wir unverzüglich und konsequent.

00:12:12: Und das Entscheidende ist nochmal dieses Wort Wir werden die Disziplin aufbringen und diese Handelssignale dann umsetzen, wenn es an der Zeit ist.

00:12:20: Das kann man natürlich auch zusagen, denn das ist ein realistisches

00:12:24: Ziel.".

00:12:25: Risiko-und Chancenmanager Martin Weinrauter von der Grommann- und Weinrauttervermögensmanager GmbH aus Königstein im Taunus – der bekennende Ostwestfahle beschreibt die Börse als Spiel zwischen Disziplin und Demut vor keinem Bauchgefühl sondern den Trends dem Gedanken des Sokrates, wahre Weisheit beginnt mit der Erkenntnis des eigenen Nicht-Wissens.

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